Broschüre: Allergien vorbeugen, gesunde Entwicklung fördern

Mit unserer Broschüre möchten wir Ihnen erklären, worauf es bei einer Allergie vorbeugenden Ernährung ankommt und worauf Sie achten sollten, insbesondere, wenn in Ihrer Familie bereits gehäuft Allergien auftreten. Wir hoffen, dass wir mit unseren Empfehlungen dazu beitragen können, dass Ihrem Kind eine Allergiekarriere erspart bleibt und es gesund und unbeschwert aufwachsen kann.


Broschüre bestellen

Allergien vorbeugen, gesunde Entwicklung fördern

Für eine gesunde Entwicklung – Bedeutung der Ernährung in den ersten 1.000 Tagen


Solange die Ursachen, die zur Entwicklung einer Allergie führen, nicht genau bekannt sind, ist nur eine lindernde, keine heilende Therapie möglich. Um vielen Kindern eine Allergikerkarriere zu ersparen, sollte man alle Chancen der Allergievorbeugung nutzen. Die richtige Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die Ernährung ist ein wichtiger Grundpfeiler für unsere Gesundheit. Ohne jeden Zweifel hat die frühkindliche Ernährung einen maßgeblichen Einfluss auf die gesunde Entwicklung des Kindes. Neueste Untersuchungen und Langzeitstudien richten die Aufmerksamkeit auf die entscheidende Phase von der Empfängnis bis etwa zum Alter von zwei Jahren. In diesen ersten 1.000 Tagen werden offensichtlich wichtige Weichen gestellt. Es besteht die Chance, so die Erkenntnis der Wissenschaftler, dass sich bestimmten Erkrankungen durch eine angemessene Ernährung der werdenden Mutter und des Babys vorbeugen lässt.

Dies gilt ausdrücklich für Neurodermitis und andere Erkrankungen des atopischen Formenkreises sowie für Erkrankungen, die in Zusammenhang mit Übergewicht stehen (z. B. Diabetes). Darüber hinaus ist es möglich, Immunsystem und Stoffwechsel positiv zu beeinflussen und dadurch gute Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung zu schaffen.

  Ernährung der Mutter in Schwangerschaft und Stillzeit


Viele Frauen entwickeln mit der Schwangerschaft ein neues Körperbewusstsein und setzen sich auch intensiver mit ihrer Ernährung auseinander.

Die Empfehlung, sich ausgewogen und nährstoffreich zu ernähren und dabei nicht mehr Energie zuzuführen, als man verbraucht, gilt nicht nur für werdende Mütter und stillende Frauen. Bei ihnen lohnt es sich aber gleich doppelt, auf eine gesunde Ernährung zu achten. Neben den positiven Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden schaffen sie damit gute Voraussetzungen für einen gesunden Verlauf der Schwangerschaft und die gesunde Entwicklung des Kindes.

  Deckung des Nährstoffbedarfs

Mit Beginn der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Nährstoffen zum Teil deutlich an. Durch den regelmäßigen Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, fettarmen Milch- und Fleischprodukten sowie zwei Portionen fettreichem Meeresfisch pro Woche kann dieser Mehrbedarf in der Regel ausreichend gedeckt werden. Anders sieht es bei Folsäure und Jod aus. Hier empfehlen Ernährungswissenschaftler die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Außerdem sollten Schwangere ihre Eisenwerte überprüfen lassen. Kann die notwendige Zufuhr von Eisen nicht über die Ernährung erreicht werden, ist nach Absprache mit dem Arzt u. U. die Einnahme von Eisenpräparaten sinnvoll.

Auch die ausreichende Versorgung mit Vitamin D sollte sichergestellt sein. Vitamin D ist in fettreichen Meeresfischen enthalten, wird aber hauptsächlich durch Sonnenbestrahlung in der Haut gebildet. Der regelmäßige Aufenthalt im Freien und – abhängig von Hauttyp und Jahreszeit – täglich 5 bis 25 Minuten Sonne auf Gesicht und Armen reichen aus, um ausreichend Vitamin D zu produzieren. Für Schwangere, die selten in der Sonne sind oder ihre Haut komplett bedecken, gilt der Rat, mit ihrem Arzt zu besprechen, ob eine Ergänzung mit Vitamin-D-Präparaten zweckmäßig ist.

Dass die ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung nach der Schwangerschaft auch während der Stillzeit – und darüber hinaus – fortgeführt werden sollte, ist selbstverständlich. Dies gilt insbesondere hinsichtlich des regelmäßigen Verzehrs von Meeresfisch. Eine zusätzliche Einnahme von Nährstoffergänzungen ist meistens nicht notwendig und sollte gegebenenfalls mit dem Arzt abgestimmt werden. Für die ausreichende Zufuhr von Jod reicht es in der Regel aus, zum Kochen und Würzen jodhaltiges Salz zu verwenden.

  Vermeidung von Über- und Untergewicht

Die empfohlene Gewichtszunahme während der Schwangerschaft liegt bei normalgewichtigen Frauen zwischen 10 und 16 Kilogramm.

Der zusätzliche Energiebedarf während der Schwangerschaft ist deutlich geringer, als die meisten vermuten. Mitte bis Ende der Schwangerschaft liegt er nur etwa 10 Prozent höher als vorher. Das bedeutet für die meisten Frauen, dass sie lediglich zwischen 200 und 300 Kilokalorien mehr verbrauchen. Das entspricht etwa einer Scheibe Vollkornbrot mit Käse oder 2 Kugeln Schokoladeneis.

Man weiß inzwischen, dass starkes Übergewicht vor und während der Schwangerschaft nicht nur die eigene Gesundheit und den Verlauf der Schwangerschaft belastet, sondern es steigt dadurch auch das Risiko für späteres Übergewicht beim Kind. Untergewicht schadet ebenfalls. Untergewichtige Frauen, die während der Schwangerschaft zu wenig an Gewicht zulegen, riskieren eine Mangelversorgung und gefährden damit sowohl die eigene als auch die Gesundheit des Babys.

  Ernährungsempfehlungen zur Allergieprävention

Fischessen erwünscht! Der Verzehr von fettreichem Meeresfisch trägt zur Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren bei und wird auch zur Allergieprävention empfohlen.

Manche Nahrungsmittel sind dafür bekannt, besonders häufig Allergien auszulösen. Dazu gehören z. B. Kuhmilch, Nüsse, Hühnerei, Soja, Fisch oder Weizen. Früher hat man Frauen empfohlen, sich während der Schwangerschaft und Stillzeit möglichst allergenarm zu ernähren und diese Lebensmittel zu meiden. Experten raten mittlerweile dringend davon ab. Es liegen keine wissenschaftlich gesicherten Kenntnisse darüber vor, dass sich dadurch das Allergierisiko des Kindes reduzieren lässt. Vielmehr kann durch das Weglassen bestimmter Nahrungsmittel die Nährstoffversorgung gefährdet werden und damit die Entwicklung des Babys leiden. Die Empfehlung lautet: Ausgewogen und nährstoffreich! Außerdem gehört regelmäßig fettreicher Meeresfisch auf den Speiseplan. Diese Empfehlung gilt insbesondere auch hinsichtlich der Allergieprävention, denn es gibt Hinweise, dass eine fischreiche Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit einen allergievorbeugenden Effekt hat.

Nach aktueller Studienlage bietet hingegen der Verzehr prä- oder probiotischer Nahrungsmittel während der Schwangerschaft und Stillzeit keine hinreichend bewiesenen Vorteile für die Allergieprävention.

Ganz eindeutig sind die negativen Folgen für das Kind, wenn Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit rauchen oder sich in verqualmten Räumen aufhalten. Diese Kinder leiden häufiger an einem geschwächten Abwehrsystem und haben u. a. ein höheres Risiko, Allergien, Asthma und andere chronische Atemwegserkrankungen zu entwickeln.

Dass schwangere und stillende Frauen auf Alkohol und Zigaretten verzichten, sollte selbstverständlich sein. Außerdem sollten sie sich möglichst in rauchfreier Umgebung aufhalten.